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Wärmepumpenstrom: Was ist wichtig? Tarife, Messkonzepte und Netzentgelte verständlich erklärt

Eine Wärmepumpe erhöht den Stromverbrauch eines Haushalts deutlich. Genau deshalb lohnt es sich, nicht nur die Heiztechnik selbst, sondern auch den passenden Stromvertrag und das Messkonzept zu betrachten. Ein spezieller Wärmepumpenstromtarif kann interessant sein – ist aber nicht automatisch in jeder Konstellation die günstigste Lösung.

Stand: Lesedauer: ca. 6 Min.Kategorie: Wärmepumpe

Was ist Wärmepumpenstrom?

Mit „Wärmepumpenstrom“ sind Stromtarife beziehungsweise Versorgungskonzepte gemeint, die auf den Strombedarf einer Wärmepumpe zugeschnitten sind. Ob ein spezieller Tarif möglich oder sinnvoll ist, hängt unter anderem von Zählerstruktur, Netzgebiet, Verbrauch, § 14a-EnWG-Konstellation und den verfügbaren Angeboten ab.

Gemeinsamer oder separater Zähler?

Ein zentraler Punkt ist das Messkonzept. Bei einem gemeinsamen Zähler werden Haushaltsstrom und Wärmepumpe zusammen gemessen. Das ist einfach, bedeutet aber in der Regel auch einen gemeinsamen Stromvertrag. Mit einem separaten Zähler kann der Wärmepumpenverbrauch getrennt abgerechnet werden. Dadurch können spezielle Wärmepumpentarife oder bestimmte Netzentgeltmodelle möglich werden – allerdings entstehen gegebenenfalls zusätzliche Messkosten und ein weiterer Grundpreis.

Deshalb zählt die Gesamtrechnung

Nicht nur der Arbeitspreis entscheidet. Für einen fairen Vergleich gehören Arbeitspreis, Grundpreis, mögliche Messkosten, Netzentgeltreduzierungen, tatsächlicher Verbrauch und Vertragsbedingungen zusammen.

§ 14a EnWG: Was bedeutet das für neue Wärmepumpen?

Seit 1. Januar 2024 fallen neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen mit einer Netzanschlussleistung von mehr als 4,2 kW grundsätzlich unter die neuen Regeln des § 14a EnWG. Dazu zählen auch Wärmepumpen. Der Netzbetreiber darf den netzwirksamen Leistungsbezug bei einer akuten Netzüberlastung vorübergehend begrenzen. Im Gegenzug erhalten Betreiber eine Reduzierung der Netzentgelte.

Das bedeutet nicht, dass die Wärmepumpe einfach abgeschaltet wird. Die Bundesnetzagentur sieht eine Mindestleistung vor, damit der Betrieb grundsätzlich weiter möglich bleibt.

Welche Netzentgeltmodelle gibt es?

Für steuerbare Verbrauchseinrichtungen gibt es unterschiedliche Module. Vereinfacht zusammengefasst:

  • Modul 1: pauschale Netzentgeltreduzierung.
  • Modul 2: prozentuale Reduzierung des Netzentgelt-Arbeitspreises; dafür ist eine separate Messung erforderlich und diese Variante kann besonders für Wärmepumpen interessant sein.
  • Modul 3: zeitvariable Netzentgelte in Kombination mit Modul 1; hierfür ist ein intelligentes Messsystem erforderlich.

Welche Variante wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt vom Verbrauch und der Messkonstellation ab. Ein günstiger Wärmepumpentarif entsteht nicht allein deshalb, weil eine Wärmepumpe vorhanden ist; relevant sind unter anderem Steuerbarkeit und gewähltes Netzentgeltmodell.

Was ist mit HT/NT und zeitabhängigen Preisen?

Je nach Tarif- und Messkonzept können unterschiedliche Preiszeiten eine Rolle spielen. Klassische Hoch- und Niedertarifmodelle existieren weiterhin in bestimmten Konstellationen. Zusätzlich gibt es im Rahmen von § 14a zeitvariable Netzentgelte mit unterschiedlichen Zeitfenstern. Ob diese Modelle für einen konkreten Haushalt sinnvoll sind, muss anhand Verbrauch, Zähler und tatsächlicher Nutzungszeiten bewertet werden.

Wärmepumpe und Photovoltaik kombinieren

Eine Photovoltaikanlage kann einen Teil des Wärmepumpenstroms direkt vor Ort bereitstellen. Wie viel Solarstrom tatsächlich genutzt werden kann, hängt unter anderem von Jahreszeit, Wärmepumpenbetrieb, Speicher, Anlagenleistung und Messkonzept ab. Gerade bei separater Wärmepumpenmessung sollte vorher geklärt werden, wie PV-Anlage und Wärmepumpe messtechnisch zusammenspielen sollen.

Welche Daten braucht Energieverbund Nord für einen Tarifcheck?

  • Postleitzahl / Netzgebiet
  • Jahresverbrauch der Wärmepumpe – sofern separat bekannt
  • Zählernummer und Information, ob ein separater Wärmepumpenzähler vorhanden ist
  • bestehendes Messkonzept bzw. HT/NT, sofern vorhanden
  • aktueller Anbieter und Vertragsende
  • bei gemeinsamer Messung: gesamter Haushaltsstromverbrauch

Was macht Energieverbund Nord – und was Solartechnik Scheck?

Energieverbund Nord prüft und vergleicht passende Stromtarife und Mess-/Versorgungskonstellationen. Wenn es um die technische Planung oder Installation einer Wärmepumpe geht, erfolgt die Umsetzung über den langjährigen Fachpartner Solartechnik Scheck. Tarifberatung und technische Installation bleiben damit sauber getrennt.

Sie betreiben eine Wärmepumpe oder planen eine Anlage? Lassen Sie Stromtarif und Messkonzept prüfen.

Quellen (Stand 30.09.2026)

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