Was zeigt ein Lastgang?
Ein Lastgang bildet den Energieverbrauch über die Zeit ab. Bei Messkonstellationen mit viertelstündiger registrierender Leistungsmessung oder Zählerstandsgangmessung entstehen Zeitreihen in 15-Minuten-Intervallen. Dadurch wird sichtbar, wann ein Unternehmen besonders viel oder besonders wenig Energie benötigt.
Warum der Jahresverbrauch allein nicht reicht
Zwei Unternehmen können jeweils 500.000 kWh Strom pro Jahr verbrauchen und trotzdem völlig unterschiedliche Profile haben. Ein Betrieb kann seinen Verbrauch über den Tag relativ gleichmäßig verteilen, während ein anderer starke Produktionsspitzen aufweist und nachts fast keinen Strom benötigt. Die Gesamtmenge ist gleich – die Struktur dahinter nicht.
Was lässt sich aus Lastgangdaten erkennen?
- Grundlast: Welche Leistung wird dauerhaft benötigt?
- Verbrauchsspitzen: Zu welchen Zeiten steigt der Bedarf besonders stark an?
- Betriebszeiten: Wann beginnt und endet die energierelevante Tätigkeit?
- Wochen- und Saisonverläufe: Wie unterscheiden sich Werktage, Wochenenden, Sommer und Winter?
- Auffälligkeiten: Gibt es Verbräuche außerhalb erwartbarer Betriebszeiten?
- Flexibilität: Lassen sich bestimmte Lasten zeitlich verschieben oder anders strukturieren?
Warum ist der Lastgang für die Energiebeschaffung wichtig?
Der Lastgang ist keine Beschaffungsstrategie. Er ist eine Datengrundlage. Er hilft dabei, Verbrauchsstruktur und Risikoprofil besser zu verstehen und damit Festpreis, Spotmarkt, Tranchen oder hybride Modelle fundierter einzuordnen. Auch für Ausschreibungen und die Bewertung von Angeboten kann die Verbrauchsstruktur eine wichtige Rolle spielen.
So nutzt Energieverbund Nord Lastgangdaten
- 1
Verbrauch verstehen
Wir betrachten Jahresverbrauch, vorhandene Zeitreihen, Zähler, Standorte und Vertragsdaten.
- 2
Profil einordnen
Wir prüfen Grundlast, Spitzen, Schwankungen und besondere Anforderungen.
- 3
Strategie ableiten
Gemeinsam besprechen wir, welches Beschaffungsmodell zu Planungssicherheit, Risikobereitschaft und Marktumfeld passt.
- 4
Ausschreibung vorbereiten
Auf dieser Basis können geeignete Versorger gezielt angefragt und Angebote vergleichbar gemacht werden.
Hat jedes Unternehmen einen Lastgang?
Nein. Je nach Messkonzept und Marktlokation werden unterschiedliche Verfahren verwendet. In vielen Niederspannungsfällen kommen Standardlastprofile zum Einsatz, während bei registrierender Leistungsmessung oder Zählerstandsgangmessung Zeitreihen vorhanden sind. Auch ohne Lastgang kann Energieverbund Nord mit den verfügbaren Rechnungs-, Vertrags- und Verbrauchsdaten arbeiten.
Wo bekomme ich meine Lastgangdaten?
Je nach Konstellation können Zeitreihen über den Messstellenbetreiber, Netzbetreiber, Energieversorger oder ein entsprechendes Kundenportal verfügbar sein. Wenn Sie nicht wissen, ob Lastgangdaten vorliegen, klären wir gemeinsam, welche Daten für die Analyse benötigt werden.
Sie möchten wissen, welche Beschaffungsstrategie zu Ihrem Verbrauch passt?
Quellen (Stand 30.09.2026)
Weitere Beiträge
Beschaffung
Festpreis oder Spotmarkt?
Welche Strategie passt zu Ihrem Bedarf und Ihrer gewünschten Planungssicherheit?
Artikel lesen
THG-Quote
THG-Quote einfach erklärt
Was private und gewerbliche Halter von Elektrofahrzeugen wissen sollten.
Artikel lesen
Wärmepumpe
Wärmepumpenstrom: Was ist wichtig?
Tarife, Messkonzepte und die Kombination mit einer Photovoltaikanlage.
Artikel lesen
Privatkunden
Stromanbieter wechseln
Wie der Wechsel abläuft und welche Angaben für den Vergleich hilfreich sind.
Artikel lesen
